Heiße Matches unter heißer Sonne

Nach sechs heißen Wettkampftagen ging der 14. Mercedes-Benz Cup mit 18 super anstrengenden Halbfinal- und Finalbegegnungen zu Ende. Bei Temperaturen bis 36 Grad auf den Plätzen und einer hohen Luftfeuchtigkeit bis zu 80 Prozent mussten die Spieler des Mercedes-Benz Cups bis an ihre Grenzen gehen. Gab es 2015 noch einen kompletten Regentag, der den Spielern einen Tag Pause bescherte, so ging in diesem Jahr das Thermometer erst in den späten Abendstunden unter die 30 Grad.

Hohe Erwartungen

In der A-Klasse der Herren-40 standen sich im Finale der ungesetzte Christoph Weber vom TC Grävingsholz und der an zwei gesetzte Holger Schnarre vom SC Hörstel gegenüber. Weber konnte sich im Halbfinale gegen den an eins gesetzten Harald Grundmann (LK 7) vom TC Kamen-Methler deutlich durchsetzen und insofern waren die Erwartungen an das Endspiel hoch. Erwartungsgemäß war der erste Satz mit 7:5 für Schnarre hart umkämpft und zeigte bestes Angriffs- und Defensivtennis. Im zweiten Satz musste Weber aber dem harten Halbfinale gegen Grundmann Tribut zahlen, baute konditionell ab und gab den zweiten Satz mit 6:0 an Schnarre ab.

Urgesteine des Turniers

Im Hauptfeld der Herren-50 trafen die beiden „Urgesteine des Turniers“, der Kölner Davor Knezevic  vom TC RW Hangelar und der Unnaer Frank Hill vom TC Holzwickede im Finale aufeinander. Beide finalerfahren, aber dort noch nie aufeinander getroffen. Favorit war in diesem Jahr Frank Hill, der alle Matches zum Endspiel hin deutlich und überlegen für sich entscheiden konnte. Trotzdem kam es auch hier zu einem Aufeinandertreffen der Spielsysteme. Frank Hill mit seinem schnellen Angriffstennis und Davor Knezevics mit einem extrem defensiven Stil, der seinen Gegner zwingt, das Spiel zu machen und die Punkte selber einzufahren. Von Anfang an setzte sich aber das aggressive Spiel von Frank Hill durch. Hill konnte immer wieder das Tempo forcieren und so blieb Knezevic letztendlich nur die Anerkennung für Hill, der das Finale mit 6:1 und 6:0 für sich entscheiden konnte. „Ich war wirklich müde und konditionell nicht auf der Höhe. Ich muss aber auch sagen, dass wenn beides heute da gewesen wäre, ich das Ergebnis nur etwas freundlicher hätte gestalten können;“ zieht Knezevic für sich eine faire und ernüchternde Bilanz des Tages.

Kampfgeist und Wille

Im Finale der Herren-60 fand sich ein alter Bekannter aus dem Vorjahr wieder. Hermann Sanders vom SV Sparta Werlte (Kreis Meppen), im Vorjahr noch ungesetzt, in diesem Jahr bereits auf Platz vier eingetragen, stand dem an zwei gesetzten Heinz-Walter Freitag von der SG Vorhalle 09 gegenüber. Die Zuschauer erwarteten eine spannende Begegnung, denn Sanders, bekannt für seinen unermüdlichen Kampfgeist spielt besonders gerne gegen Gegner mit besserer LK-Wertung. Kampfgeist und Wille waren aber in diesem Jahr die Temperaturen zu hoch, denn Heinz-Walter Freitag spielte clever, konzentriert und ließ sich durch die gute Beinarbeit seines Gegenübers nicht aus der Ruhe bringen. 6:0 und 6:1 konnte er Sanders „unter die Dusche“ schicken. Ein Ergebnis, dass Sanders, laut eigener Aussage, bereits seit so vielen Jahren nicht mehr erleben musste, dass er gar nicht mehr weiß, wann ihm das zuletzt passiert ist.

K1600_gal18

Köhnemann vs Prill

Anlass zu großer Freude aus Sicht des ausrichtenden Vereins, TC Unna 02 GW, gab in diesem Jahr die Finalbegegnung der Herren-60 in der B-Runde. Hier standen sich die Unnaer Herbert Köhnemann und Horst Prill gegenüber. Zur heißesten Zeit des Tages von 11 bis 13.30 Uhr lieferten sich die beiden ein Duell auf Augenhöhe, das Köhnemann mit 5:7, 7:5 und 10:3 am Ende des „Tages“ für sich entscheiden konnte. Mit viel Erwartungen war auch das Finale der Herren-50 in der B-Runde belastet. Michael Nattkemper vom TV Deiringsen und Achim Schröder vom Hörder TC standen sich gegenüber. Schröder hatte sich im Vorfeld souverän mit 6:0 und 6:2 gegen Uwe Brocks vom TC Unna 02 GW durchgesetzt und galt daher als Favorit der Begegnung. Eine Erwartung, die sich jedoch als falsch erwies, denn Nattkemper war in der Lage, sein Spiel mehrmals umzustellen und stellte Schröder so vor eine unlösbare Aufgabe. 6:1 und 6:3 lautete das Ergebnis für Nattkemper, der sich mit dem Verlauf des Finales natürlich sehr zufrieden zeigte. „Es war in diesem Jahr so heiß in Unna, dass ich manchmal an meinem Verstand gezweifelt habe hier und heute aufzulaufen. Letztendlich ist es aber eines der schönsten Turniere hier im Ruhrgebiet und ich hoffe, im nächsten Jahr hier wieder antreten zu können,“ nahm Nattkemper schmunzelnd zum Spiel- und Turnierverlauf Stellung. Ein besonderes Finale hätte das Spiel der Herren-40 in der B-Runde sein können. Hier hatten die Zuschauer Dr. Thomas Wilk erwartet, der , aber verletzt nicht antreten konnte, so dass Schneider ohne Spiel ins Finale weiterkam und hier auf Thorsten Philipp vom TC BW Rhynern traf. Die zahlreichen Zuschauer durften ein ungemein spannendes und ausgeglichenes Finale erleben, dass Philipp trotz der hohen Belastung durch sein gespieltes Halbfinale mit 7:6 und 6:4 für sich entscheiden konnte.

 

Spieler gleichzeitig auf mehreren Hochzeiten

Das Organisationsteam mit Matthias Hartmann, Rudolf Messner, Uwe Brocks, Joachim Becker, Horst Prill und Herbert Köhnemann zeigte sich insgesamt zufrieden. „Die Tendenz der Spieler auf mehreren Hochzeiten gleichzeitig zu tanzen nimmt mittlerweile überhand, so dass wir überlegen, in Zukunft auf die vielen Spielzeitwünsche nicht mehr in der Form einzugehen, wie wir das bisher gemacht haben. Da nicht immer derselbe Mann im Wettkampfbüro sitzt, passieren Übertragungsfehler, die uns ebenso unangenehm sind, wie sie den Spieler verärgern, wenn seinem Wunsch nicht Rechnung getragen wird,“ so die Bilanz nach sechs Tagen Organisationsarbeit. Sehr zufrieden war auch der Vertreter der Mercedes-Benz Niederlassung Dortmund-Unna-Lünen, Michael Hengst: „Auch in diesem Jahr mussten wir die Turnieranmeldung knapp zwei Wochen vor Beginn der Spiele schließen und dass gibt uns Rückschlüsse auf den Beliebtheitsgrad des Turniers. Wir überlegen im nächsten Jahr das Turnier um zwei Felder, nämlich Herren-55 und Herren-65 zu erweitern und den Turnierzeitraum von Samstag auf Samstag zu legen, so dass wir die „Players Night“ mit der Siegerehrung beginnen können.“
Bild: Siegerehrung zum Abschluss des 14. Mercedes-Benz Cup des TC Unna Grün-Weiß. (v.li.)  Horst Prill (Finalist H-60 B), Uwe Brocks (Turnierleitung), Dirk Prünte (Vorsitzender TC Unna 02 GW), Bürgermeister Werner Kolter, Matthias Hartmann (Turnierleitung), Frank Hill (Sieger Herren-50), Michael Hengst (Mercedes-Benz Niederlassung  Dortmund Unna) Holger Schnarre (Sieger Herren-40), Christoph Weber (Finalist Herre-40), Hermann Sanders (Finalist Herren-60), Davor Knezevic (Finalist Herren-50), Rudi Messner (Turnierleitung), Herbert Köhnemann (Sieger Herren-60 B), Gerd Pfann (ältester Teilnehmer 75 J)Michael Nattkemper (Sieger Herren-50 B), Hein-Walter Freitag (Sieger Herren-60)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.