17. Mercedes-Benz Cup 2019

Siegerehrung Mercedes-Cup 2019

Auch in diesem Jahr hatten die Veranstalter des 17. Mercedes-Benz Cup wieder den Wettergott in der Tasche. Während in Dortmund 70 Liter auf dem Quadratmeter niedergingen, erfreuten sich die Spieler in Unna über lediglich ein paar erfrischende Tropfen, die vom Himmel fielen. Und so wurde das Unnaer Erfolgsturnier auch am 31.08.2019 beendet. Bei strahlendem Sonnenschein kämpften die Tennisathletinnen und -athleten in 13 Wettbewerben um die Mercedes-Krone, erlebten am frühen Abend eine schöne Siegerehrung und folgten anschließend der Einladung der Mercedes-Benz Niederlassung Dortmund/Unna/Lünen zu einem argentinischen Grillabend. Erst als sich alle satt und mehr als zufrieden gemütlich vom Tisch zurücklehnten, öffneten sich die Wolken und der erste kräftige Regenschauer fiel auf die wunderschöne Tennisanlage des TC Unna 02 Grün-Weiß. „Punktlandung nennt man das“, kommentierte Uwe Brocks aus der Turnierleitung dieses perfekte Timing.

In sieben Haupt- und sechs Nebenrunden wurden in acht Tagen die Besten gefunden und ermittelt. Mussten in 2018 die beiden Damenfelder zusammengelegt werden, so konnten in diesem Jahr sowohl die Damen-40 als auch die Damen-50 ihre Felder ausspielen. Bei den 40er Damen hatte die Turnierleitung ein Kästchen gesetzt und hier setzte sich Daniela Oeke souverän mit 3:0 Punkten und 6:0 Sätzen gegenüber der Konkurrenz aus Unna und Dortmund durch. In der Altersklasse 50 konnte die an eins gesetzte Anja Kreisel vom TC Lössel-Roden ihren Vorjahrestriumph wiederholen. Sie gewann 6:2 und 6:0 gegen die ungesetzte Annett-Susann Boenke vom Suderwicher Tennisclub.

Spannender wurde es bei den Herren-40. Hier standen sich der an eins gesetzte und mit LK 7 klar favorisierte Vladimir Francki-Wrobel vom TC Eintracht Dortmund und der ungesetzte, mit LK 14 gemeldete Daniel Walberg vom Suderwicher Tennisclub gegenüber. Nachdem Francki-Wrobel in seiner ersten Partie bereits den Vorjahresgewinner Moritz Pinner vom TC Rot-Weiß Schwerte mit 6:3, 5:7 und 10:7 aus dem Feld geräumt hatte, gaben die zahlreichen Zuschauer keinen „Pfifferling“ auf einen Sieg von Daniel Walberg. Und es kam zunächst ganz anders. Walberg fegte Francki-Wrobel im ersten Satz mit 6:1 regelrecht vom Platz und es sah alles nach einer unerwarteten Sensation aus. Aber wie so oft nach einer deutlichen Führung schlichen sich bei Walberg plötzlich kleine Konzentrationsfehler ein und im selben Maße, wie Walberg nachließ, steigerte sich Francki-Wrobel und wurde besser so dass er den zweiten Satz mit 6:3 für sich entscheiden konnte. Der Match-Tie-Break musste die Entscheidung bringen und sie fiel mit 10:4 zugunsten von Francki-Wrobel, der den Matchball mit einem sensationellen „Vorhandschuss“ aus bedrängter Lage an Wrobel vorbei ins Feld setzte.

Einen echten Krimi erwarteten die Tennisfreunde vom Finale der Herren-50. Hier standen sich zwei „Urgesteine“ des Turniers gegenüber. Frank Hill vom TuS 59 Hamm an eins gesetzt und Christoph Weber vom TC Grävingholz an zwei gesetzt. Beide haben in der Vergangenheit das Turnier bereits mehrmals gewinnen können. Die Erwartungen waren also hoch und es wurde von den Spielern auch gutes bis sehr gutes Tennis gezeigt. Große Spannung kam dennoch nicht auf, denn an diesem Tag und zu dieser Stunde war Christoph Weber von Frank Hill nicht zu schlagen. Mit unglaublicher, manchmal schon fast arroganter Sicherheit wusste Weber auf jeden Angriffsball von Hill die perfekte Antwort und mit 6:3 und 6:4 ging der Matchball nach eineinhalb Stunden an Christoph Weber. Ein ziemlich gefrusteter Hill meinte später „Ich hätte heute noch fünf Stunden spielen und auch dann nicht gewinnen können. Es passte einfach nicht“
Das Finale der Herren-60 setzte sich zusammen aus dem an drei gesetzten Hartmut Garbe, TC RW Bemberg und dem an zwei gesetzten Markus Schwartze vom TC GW Herne. Hier war Hartmut Garbe, der das ganze Spiel mit sich haderte ziemlich chancenlos und musste sich dem ausgeglichenen, technisch und konditionell besseren Schwartze mit 6:0 und 6:2 geschlagen geben.

Neun Spieler meldeten im Feld der Herren-70. Weder der an eins gesetzte Bernhard Koch von der TG Westhofen, noch der an zwei gesetzte Volker Töbel vom TC Flora Dortmund konnten sich durchsetzen bzw. Töbel trat gar nicht erst an. So war der Weg frei für Willi Parke vom TC Rot-Weiß Aplerbeck und Jörg-Udo Bartmann vom TC Flora Dortmund. Parke setzte sich im Halbfinale in einem starken Match gegen Bernhard Koch mit 6:3, 3:6 und 10:6 durch während sich Bartmann ein wenig leichter mit 6:2 und 6:2 gegen Bernd Maiborn für das Finale qualifizierte. Parke hatte sich noch genug Kraft für das Endspiel aufbewahrt und konnte sich mit 6:2 und 6:2 gegen Bartmann durchsetzen.

In diesem Jahr konnte der TC Unna 02 GW endlich wieder einen Sieger aus den eigenen Reihen präsentieren. Der an eins gesetzte Joachim Becker beendete das Finale mit einem mühelosen 6:2 und 6:0 gegen den an vier gesetzten Michael Gehling vom TC St. Mauritz aus Münster. Becker, der zwar zurzeit für den TC Flora Dortmund antritt, ist noch Mitglied in Unna und so kann ungestraft vom Sieg eines heimischen Spielers gesprochen werden. Becker spielte sich locker fast durch das ganze Turnier und hatte lediglich im Halbfinale mit dem an drei gesetzten Bernd Ochmann vom TC RW Hattingen einen Gegner, der ihn wirklich forderte. 6:4, 2:6 und 10:5 lautete das Ergebnis und Becker musste erstmals an seine Leistungsgrenze gehen. „Wir kennen Joachim Becker seit vielen Jahren und wissen genau wie er spielt. Die Jahre bei Flora und in der Regionalliga haben ihm gutgetan. Er hat zwar immer noch keinen „Winnerschlag“ aber er ist viel selbstbewusster und abgeklärter geworden und kann zum einen die Bälle besser platzieren und zum anderen das Spiel besser lesen als in seiner Zeit in Unna,“ erklärt Matthias Hartmann von der Turnierleitung. Becker feierte seinen zweiten Sieg nach 2014 und ist der einzige Spieler des Clubs der das Hauptfeld gewinnen konnte. Der einzige Spieler der seit 2002, als der Mercedes-Benz Cup ins Leben gerufen wurde ist im übrigen Horst Prill, ebenfalls vom heimischen TC Unna 02 GW der, um diesen Status zu behalten, sogar leicht verletzt antrat und somit keine Chance hatte diesem Status einen neuen, zum Beispiel als Turniersieger, hinzuzufügen.

„Nach dem Turnier ist vor dem Turnier,“ mit dieser Weisheit des Altbundestrainers „Sepp Herberger“ wird sich bereits in einer Woche die Turnierleitung mit Matthias Hartmann, Uwe Brocks, Rudi Messner, Herbert Köhnemann, Horst Prill und Jochen Becker zusammensetzen, den 17. Mercedes-Benz Cup analysieren und die 18. Wiederholung im nächsten Jahr planen. „Die Durchführung wird in jedem Jahr schwieriger, weil immer mehr Spieler immer mehr Turniere spielen. Wir hatten in diesem Jahr 28 Spieler, die parallel zwei, einige drei und einer sogar vier Turniere gespielt haben. Das führt dazu, dass angesetzte Spiele nicht angetreten werden, das Spieler sauer sind, weil sie ihren Wunschtermin nicht bekommen können und das auch in der Turnierleitung Fehler passieren, weil Termine, die im Vorfeld als frei gemeldet, wurden plötzlich nicht mehr gehen,“ erklärt Hartmann die Situation. „Wir werden das im nächsten Jahr nicht mehr in dieser Form zulassen und Spieler oder Spielerinnen, die drei oder vier Turniere gleichzeitig spielen gar nicht aufnehmen. Es wird voraussichtlich auch wieder eine Unterteilung in gute und weniger gute Leistungsklassen (LK) geben. Vorstellbar ist hier eine Gruppe bis LK 6-14 und eine von LK 13-23. Dann trauen sich auch wieder nicht so starke Spieler und Spielerinnen am Turnier teilzunehmen“, schildern U. Brocks und R. Messner die Perspektiven für das nächste Jahr.

Die Turnierleitung bedankt sich für die Rücksichtnahme unserer Mitglieder, die während der Turnierwoche nur eingeschränkt am Spielbetrieb auf unserer Anlage teilnehmen konnten.
An dieser Stelle möchten wir auch die zahlreichen „guten Bewertungen“ unserer Clubgastronomie, die von den Teilnehmern gegenüber der Turnierleitung geäußert wurden, weiterleiten.

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